im Laufe der homöopathischen Behandlung kommt es unter der je richtigen Arznei zu einer allmählichen Besserung der vorher bestehenden Beschwerden.
Im Normalfall bessern sich nicht alle Beschwerden zugleich, sondern in einer bestimmten Reihenfolge, die nicht zufällig ist, sondern einer Gesetzmäßigkeit folgt: Diese Regel, Gesetzmäßigkeit ist es keine, nennt man die „HERING´SCHE REGEL“.
Sie besagt, dass sich die Symptome in folgender Reihenfolge bessern:
von innen nach außen: Dies ist der wichtigste der drei Punkte; er besagt, dass die Heilung immer zuerst „innen“ beginnt, d.h. z.B.: Es geht Ihnen 3 Monate nach der Einnahme psychisch und bezüglich Schlaf schon besser, aber Fieberblasen / Ausfluss / Schuppenflechte / Ekzeme oder ähnliche Beschwerden, deretwegen Sie primär eigentlich zum Homöopathen gekommen sind, sind noch unverändert. Diese betreffen Organe, die weiter „außen“ liegen und brauchen länger bis zur Heilung. Die Besserung dieser Beschwerden braucht einfach noch etwas Zeit.
Es kann auch sein, dass die Beschwerden eines „inneren“ Organes (z.B.: Asthma) besser werden im Laufe der homöopathischen Behandlung, dafür aber noch nie da gewesene Beschwerden eines “äußeren” Organes (z.B.: Hautausschlag) auftreten. Das bedeutet, dass die Krankheit sich zunehmend von innen nach außen verlagert und man oft nur abwarten muss, bis auch der Hautausschlag (von selbst) wieder verschwindet. Man sollte speziell gegen so einen Ausschlag kein Kortison oder andere unterdrückende Salben verwenden, da sich die Krankheit sonst wieder „nach innen schlagen“ kann und etwa das Asthma wieder stärker wird. Oft sind die Beschwerden aber derart, dass der Patient eine Salbe anwendet. Hier bitte ich schlicht während der Behandlung um Auskunft, was angewendet wird.
von oben nach unten: Das gilt etwa für Hauterkrankungen, die den ganzen Körper betreffen: Sie verschwinden im Gesicht zuerst, dann auf den Armen, zuletzt auf den Beinen. Sie “fliessen sozusagen aus”, was oft etwas eigentümlich wirkt – Erklärung hierfür gibt es bisher keine überzeugende, dies ist Empirie. Bei Gelenksbeschwerden kann man fallweise ähnliches sehen.
in der umgekehrten Reihenfolge des Auftretens: (wird von manchen klassischen Autoren nicht zur Heringschen Regel gerechnet)
Das bedeutet, dass Beschwerden, die Sie erst 1 Jahr vor der homöopathischen Behandlung bekamen, schneller besser werden als Symptome, unter denen Sie seit 15 Jahren leiden. Unter der homöopathischen Behandlung treten auch häufig alte Symptome, also Beschwerden, die Sie vor Jahren einmal hatten, vorübergehend wieder auf. Auch dagegen sollte nichts unternommen werden – diese Symptome verschwinden meist wieder von selbst. Bitte aber auch das unbedingt mitzuteilen, Sie werden bei einer Folgeanamnese auch danach gefragt werden.
Wenn die Krankheitszeichen jedoch sehr belastend für Sie sind, setzen Sie sich bitte mit Ihrem Homöopathen in Verbindung.
Warum diese Beschwerden wiederkommen, kann man sich etwa so vorstellen: Man ist irgendwann von der “Gesundheit” in Richtung “Krankheit” geraten und macht dann mehrere „Krankheitsstationen“ durch. Im Idealfall spult sich in der Folge die “Krankengeschichte” wieder wie im Rückwärtsgang ab sodass – es sei denn, es sind Gewebszerstörungen eingetreten, hier kommt jede nicht-chirurgische Medizin an ihre Grenzen – Wohlbefinden auf allen Ebenen eintritt.
Danke für Ihr Interesse!